Verdiente Strafe
Von Aloys Sommerfeld
Die Schulen, ach, ob groß ob klein,
die könnten so gemütlich sein,
gäb es nicht gar
zweimal im Jahr
ein Zeugnis, oft mit miesen Noten,
vom Klassenlehrer dargeboten.
So gings auch Heinz, der träg gewesen.
Der Vater stutzt beim Zeugnislesen.
Den Gipfel seines Unbehagen
erreicht die Note in Betragen.
Sein Gesicht wird lang und länger,
und Heinzchen wird es bang und bänger.
Dann brichts aus Vatern laut und schwer
als ob der Heinz schwerhörig wär:
"Für solch ein Zeugnis, so daneben,
da sollt es 'ne Tracht Prügel geben!"
Da nickt der Sprößling, strahlt und grient:
"Wer so was schreibt, der hat's verdient.
Wir sollten gleich hinübergehn,
der Lehrer wohnt Ringstraße zehn."
Aus: Ermlandbuch 1992
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