Wat he seck denkt
Von Alfred Otto Dietrich
De Freiherr Braatz von Merjelsteen
moakt met de Lüd seck jern gemeen;
biem Kriejerfest met siene Lüd
zeicht he sien zärtlichet Jemüt,
seggt to dem Roademoaker: "Prost!"
Un de seggt: "Wer nuscht hefft, de host!"
De Freiherr sienem Biedel tog.
jewt eene no de andere Loag
un kickt so frindlich jedem an,
dat keener "Dickkopp" segge kann.
Nu kickt em emmer ent Jesecht
de Schwienefuttrer Leberecht,
bet dat de Freiherr wurd jewoahr;
de Mann, de wull wat, dat es kloar.
Recht friendlich säd de Freiherr nu:
"Na Alterchen, was guckt Ihr zu?
Wollt Ihr was sagen? Frei heraus!
Sprecht heute Euch ganz dreist mal aus
und denkt, ich sei ganz so wie Ihr,
und beide füttern Schweine wir!?"
Do platzt de Schwienefuttrer los:
"Minsch, Minsch! Wat kannst du supe bloß!"
Quelle: "Lorbasse und andere Leutchen",
erschienen 1995 im Verlag Gerhard Rautenberg, Leer
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