De verkannte Angelei
von Fritz Klabustrijkeit
Auf eine Brick war e großes Gedräng.
De Mänschen schubbsen, - es wurd all eng.
Was is denn los? Was is jeschehn?
Wie wo und was jiebt hier zu seh'n?
Da steht der August Knubblichkeit
Mit eine Angel, lang und weit.
Daran is eine lange Schnur.
De Mänschen stehn und lauern nur,
und harren mit Jeduld und Bangen,
Daß August nu e Fisch wird fangen.
Doch schon im Anmarsch is zu sehn
Ein Schupo. "Bitte weitergehn!"
Doch unser August froh und heiter,
Der denkt nich dran, und angelt weiter.
"Sie", sagt der Schupo höflich dann,
"Ja, wissen Sie nicht, lieber Mann
Daß angeln hier verboten ist?"
"Nu moake se man keinem Mist",
Sagt unser August ganz mit Ruh.
"Wer sagt denn, daß ich angeln tu?"
Und zieht de Schnur nu langsam an,
Da hängt e molscher Hering dran.
Und sagt: "Et is doch foorz rein tom Beklätre,
Nu loate se mi nich moal dem Hering wätre."
Aus: "Aecht Ostpreißisch"
herausgegeben 1937 vom Sturmverlag Gmbh., Zweigniederlassung Insterburg
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