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Gedichte
in missingsch
 

Arme Ziej!

von Fritz Klabustrijkeit

Ich treff da neilich meinem Freind
Der's doch so gut mit Tiere meint
Er is verheirat, - niemals blau
Er hat sechs Kinder und e Frau
E Katz, e Vogel und e Hund
Und alle sind nachts einjespunnt
In eine Stub und inne Kich
(Der Hund schläft meistens inne Zich)
Und neilich kommt er doch, - o Graus!
Tatsächlich mit'e Ziej zu Haus.
Er is, - wie man das nennen tut,
Halbdammlich, - doch sonst herzensgut.
Und alle fangen an zu schrei'n
Nei, nei, - die Ziej, die kommt nich rein!
Doch meinem Freind tut das nich steeren
Er ieberbrillt de Frau auch Jeeren
Er schabbert was von Milch und Butter
Was braucht schon so e Ziej viel Futter?
De halbe Nacht blieb er noch wach
Und baut nu so e Art Verschlag
Rechts inne Eck nu vonne Kich.
Na, Frau'che, siehst, - na jeht das nich?
Doch seiner Ollschen wurd ganz bang
Ach, lieber August, der Jestank!
Ja, - sagt mein Freind mit breites Lachen, -
Ja, da is schließlich nuscht zu machen
So frische Milch, - das is nu mal mein Sehnen,
Und am Jestank! Na ja, -
     da muß de Ziej sich drann jewehnen.

Aus: "Aecht Ostpreißisch"
herausgegeben 1937 vom Sturmverlag Gmbh., Zweigniederlassung Insterburg

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