Der Einkauf
Von Dr. Alfred Lau
Da huckt de Frau Lehrer und is so bedrippt
Und sagt denn zu Wischkoreits Jettche:
"Ich brauch doch e Topf, aber nich fiere Milch,
Nei, einem fier unteres Bettche,
Dem giebt fier eins fuffzig bei Hammerschmidts
Im Laden zu kaufen natierlich,
Bloß weißt, mich kennt doch de ganze Stadt,
Drum is mir das etwas schenierlich.
Möchst Du mir das Toppche nich kaufen gehn?
Was meinst? Am besten gleich morgen.
Du bist doch e dreiste Mergell und Du kriegst
Noch extra was fieres Besorgen."
"Das mach ich, Frau Lehrer, das is mir egal."
"Na schön! Aber wenn se Dich fragen,
Von wem Du kommst und fier wen das is,
Denn darfst Du das, Jettche, nich sagen!"
"I wo, Frau Lehrer, bloß länger kann
Ich mir mit dem Krät nich befassen,
Ich geh doch abends noch erst auf Besuch,
Wo soll ich dem Toppche denn lassen?"
"Ganz einfach! Ich hab mit zwei Damen um vier
Im Cafe Matull mich versprochen,
Da bringst es mir hin, verpackt, und sagst,
Hier sind für den Hektor die Knochen!" -
Se missden um vier, es war proppevoll,
Mit Miehe e Platzche sich suchen.
Nu hucken de Damen und trinken dem Plurksch
Und kauen dem kleistrigen Kuchen.
So gegen halb fimf, de Frau Lehrer bestellt
Fier jede noch einem Prienelche,
Da kommt de Jettche und drängelt sich durch,
Das druggliche, dreiste Mergellche.
Se schubbst mitte Hiften nach links und nach rechts,
Denn stolz schwenkt es ieber ihr Koppche, -
De arme Frau Lehrer wird weiß wie de Wand, -
In jede Hand einem Toppche
Und hält de Damens se untre Nas.
Was wird se denn nu bloß noch machen?
Se stellt de Terrinchens mit Schwung aufem Tisch,
Und aller kicken und lachen.
"Er hädd so viele, da wußd ich nich,
Welch einem ich nu solld kaufen.
Da gab er mir diese zur Auswahl mit
Und sagd, - ich war all im Laufen:
Das kleinere könnd de Frau Lehrer ich
Drei Dittche billiger lassen.
Bloß nimm ihr man Maß, zur Sicherheit,
Das Toppche das muß ja auch passen!"
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