.....aber ganz genau
Von Friedrich Erich Petukat
Wenn de Sonnche durche Scheibchens plinkert
all recht freindlich in mein Stubche rein
und de Jungchens aufe Schwell rumhucken
oder brillen "auf kommraus - kommrein",
wenn de Veegelchens man jedes Happche
fier ihr Nestche suchen innem Tau,
wenn de Arbeit fluscht so recht wie dammlich,
denn is Friehling, aber ganz genau.
Wenn erst draußen ab und zu de Streicher
wirklich sind all rein e bißche grien
und selbst schon de Hundchens stehn und schnubbern,
anne Ecken, wo de Bliemchens bliehn, -
wenn de Menschen nicht mehr so bepummelt
und de Nasen nich vom Frost mehr blau,
wenn ins Stubche keiner will recht hucken,
denn is Friehling, aber ganz genau.
Wenn de Menschen de Verjingung suchen
und beginnen e Blutreinjungskur,
de Marjellens fangen an zu schrubbern,
daß de Zoddern flieg'n in eine Tour,
wenn ze Haus se fahren nach Metgethen
oder auch nach Cranz, nach Lindenau
mitem Veichenstraußche innem Knopploch,
denn is Friehling, aber ganz genau.
Wenn de Anglers mit e Dutzend Ruten
scheiweln hin nach einem Poggenteich
und de Wurmchens richtig schwimmen lernen, -
ob se was bei kriegen oder nuscht - ganz gleich,
wenn se laufen mite kurzen Strimpfe
und de Wadchens immer noch was blau,
wenn auch mich mein Herz all sachtchens pumpert,
denn is Friehling, aber ganz genau.
Quelle: Friedrich-Erich Petukat: "Frisch-Frei-Foh...und Sonstiges"
Ein Vortragsbuch; Verlag A. W. Kafemann G.m.b.H, Danzig"
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