Ach, wenn ich doch e Katzche wär
Von Ingrid Koch
Die Sonnche lacht vom Himmelszelt,
nu is der Friehling da.
Was kreucht und fleucht auf dieser Welt,
schreit innerlich: "Hurra"!
Der Mensch jeht öfter nu vor's Haus,
merkt Friehling inne Jlieder,
Marjellens zieh'n Strickjacken aus,
die Liebe lauert hinter'm Mieder.
Die Mutter zählt die Erbsen nach
un stehnt: "Ach, möcht' doch rejnen!
Die Vöjel tschiebsen unter'm Dach,
wo sie sich grad' bejejnen.
Im Fliederbusch, jleich hinter'm Haus,
da lauert Max, der Kater.
Drei Katzen nahmen all Reißaus,
ach, is das ein Theater!
Sie baljen sich die ganze Nacht.
Es is rein nich zu sagen!
Um's Haus jeht los die wilde Jagd,
bis einem platzt der Kragen.
Gar jämmerlich is ihr Jeschrei -
ich kann das nich versteh'n.
Was soll die laute Pranselei?
Das muß doch leiser jehn!
Wenn unsereins hat solch Jefiehl,
denn muß er sich verstecken!
Denn kann er lang nich, wie er will,
sich so vernehmlich necken.
Drum denk' ich manchmal, wie wird' sein,
wenn ich so e Katzche wär,
und alle Katers groß und klein -
wären hinter mir so her?
Ich wär' scheen still,
wenn einer man um mich tät' sich erbarmen.
Der könnt auch ohne viel Jebrill
mich, wenn er wollt', umarmen.
Glaubt einer vleicht, ich wär' so dumm
un wird' um's Haus rumrennen?
Ich ziert' mich niemals nich so rum,
ich wird' die Lieb' mir jönnen!
Weil ich ja nu kein Katzche bin,
bleibt vieles unjewiß.
Vleicht is fier mich noch alles drin
nu, wo doch Friehling is!
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