Lebensleid und Lebenslust
von Eva Pultke-Sradnick
Achottchens nei, was tut mich heut das Rheuma plagen,
die Knochen tun an alle Eckchens weh,
es fängt im Schulterblatt schon an - bis zu die Kniee,
vom Enkelknochen runter bis zum Zeh.
Der Dokter sagt, "iß" man recht viel Gemiese,
Fleisch ist das reinste Gift für dich,
verzichte frehlich man auf die Genisse,
wirst seh'n, dein ganzes Innenleben ändert sich.
Nu hast die Wahl, du hungerst dich durchs Leben
und kickst verdrießlich umme Eck',
was würdest du doch heute grad drum geben -
könntst hucken vore Schalche Fleck.
Amende könnst auch Schmand mit Schinken essen,
das wäre feiner Jötterschmaus,
das Schnapsche hinterher dann nich vergessen,
man malt sich, dolle Sachen aus.
Doch laß dich das man nich verdrießen,
das Leben hat für jeden was parat,
dem einen, dem beschert es kalte Füße,
doch warme machen auf die Dauer auch malad.
Und hing der Himmel dir auch voller Geigen,
trotzdem - es ging nicht immer alles glatt -
denn leider ist s dem Menschen ja zu eigen,
daß er sich immer das wünscht - was er grad nicht hat.
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