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Gedichte
in missingsch
 

E drollgis Liebesbriefje

Von Friedrich Erich Petukat

Lieber August, schreibt de Heidche,
ich ergreif de Feder nu,
schicke dir, du alter Kurrhahn,
schnell noch dieses Briefche zu.

Hädd ich bloß auf deinem Fiseln
immerzu nich hingeheert,
häddst du mich mit deinem Briseln
nich e halbe Stund beteert.

Will dir nochmals freindlich schreiben,
weil auch mein Charakter das,
wär ich so Posauk, wie du bist,
schrieb ich dir ganz anders was.

Eigentlich, da misd du kriegen
mit de Fork von obendahl,
aber dazu bist du Schubjak
mir im Grund zu viel egal.

Denk man nich, du grieser Glumskopp,
daß ich mir fier dich bring um,
aufem Sonntag geh ich grad nu
bei Lungschnieskens aufem Schrumm.

Ei, da solln de Rockchens flitzen,
nich e Tanzche laß ich aus.
Und nachher da bringt mich innigst
Schneiderreiters Fritz nach Haus.

Deine Socken stopp dich ruhig
von nu ab allein all man.
Som Rachullrigem, wie du bist,
schaff ich mir nie wieder an.

Diese kleine Ieberraschung
schreib ich, daß es dir erfreit;-
rutschen kannst dem Puckel runter
deiner friehren Adelheid.

Quelle: Friedrich-Erich Petukat: "Frisch-Frei-Froh...und Sonstiges"
Ein Vortragsbuch; Verlag A. W. Kafemann G.m.b.H, Danzig"

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