Das Malheer
Von Ingrid Koch
In Lakellen war Kluckenball.
Ei, das war vleicht e Pracht!
Jescherbelt wurd' im großen
Saal die liebe lange Nacht.
De Trude had sich rausjeputzt,
es war rein nich zu fassen.
Trotzdem hat alles nuscht jenutzt,
er hat se huckenlassen.
Da kam e Limmel ausse Stadt,
der hat jleich was jerochen.
Na wart, das Knospche is heut' glatt
Fier mich bloß aufjebrochen!
Fritz hieß er, war nich dick, nich lang,
er war man e Spacheister,
un nachem fimften Bärenfang
da wurd' er immer dreister!
Der Kerl konnd tanzen wie e Graf,
er schwenkd se man so rum,
un Trudchen, sonst e stilles Schaf,
machd sich bald grad, bald krumm.
De Muttche ahnt al e Maleer
un nimmt se anne Seit:
"Tanz doch e bißche ruhijer,
denk an Dein neues Kleid!"
Nu spieln se Tango, meine Zeit,
da will se sich was zeijen!
Denkt ieberhaupt nich annes Kleid
hopst bloß noch nache Jeijen.
De Muttche runzelt al die Stirn:
Muß die sich so verrenken?
Ich nahm doch bloß dem billjen Zwirn -
se darf nich weiterdenken.
"Herrjes, herrjes!" De Muttche schreit,
"Du damlije Marjell!
Denk doch an Deine Pummlichkeit
un tanz bloß aufe Stell!"
Beim Rheinländer - da is passiert
da war nuscht mehr zu halten.
Die Puckelnaht dem Halt verliert,
die Blus is bloß noch Falten!
Nu steht des Trudche ganz im Freien.
Ach nei, is das blamabel!
Se denkt, das soll e Lehr mir sein
ich kauf nie mehr Lavabel!
Schnell wie e Spuk rennt se vom Saal,
was soll se nu bloß machen?
Zeijt se sich heute nochemal,
wird ganz Lakellen lachen.
Un hier das End von dies Jedicht
Marjellens, heert mich an:
Zum Tanzen taugt Lavabel nich
un auch kein städtscher Mann!
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