Die Pogge
Von Josef Wiener-Braunsberg
Die Pogge hat's wahrhaftig gut,
Ob Regen oder Sonnenglut;
Scheint ihr de Sonn' zu heiß aufs Fell,
Denn huppt se - platsch - ins Wasser schnell.
Is es da unten ihr zu naß,
Denn huckt se in dem jrienen Gras
Und fiehlt sich wohl im Sonnenschein.
Ich mechte eine Pogge sein!
Jedoch se taugt zur Liebe nicht,
Weil's ihr an warmem Blut jebricht.
Und außerdem: de Poggenfrau
Is egal häßlich, braun und grau,
Und jlitschig is se obendrein.
Ich mechte keine Pogge sein!
Die Pogge leidet nich Beschwer,
Nie braucht se warten beim Friseur,
Weil se kein einz'jes Härchen hat,
Vielmehr is ratzekahl und glatt.
Man kratzt sie nich, seift sie nich ein.
Ich mechte eine Poge sein!
Doch hat die Pogge auch kein Haar,
So frißt se doch der Adebar,
Die Bengels stecken frech und roh
'nen Strohhalm ihr in den - na, wo? -
Und pusten se hoch auf. - Ach nein,
Ich mechte keine Pogge sein!
Quelle: "Mein Vater ist ein kleines Mannchen." Ostpreußische Vortragsgedichte von Josef Wiener-Braunsberg; Eduard Bloch Theaterverlag Berlin
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