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Gedichte
in missingsch
 

Der Reinmachsdeiwel

Von Friedrich Erich Petukat

Nu is es wieder wahr geworden:
Mein Herz wird weich wie Glums mit Schmand;
auf mein Kalenderche steht deitlich,
daß nu der Friehling kommt ins Land!

Nich lang, denn schlagen aus de Streicher,
in Feld und Wald, da wird es bliehn,
Marjellchens siehst denn mitte Jungchens
leis kichernd durche Gegend ziehn.

Zu Haus geht los der Reinmachdeiwel:
De Muttche sockt denn hin und her,
und ieberall is aufgekrasselt,
in keine Stub e Platzche mehr.

Der Vaterche soll tapezieren,
doch tut er heimlich sich verziehn.
De Minche gibt de Sessel Saures,
verscheicht dem alten Naphtalin.

Ans Mittag is nich viel zu denken;
fast nuscht wird aufem Tisch gestellt,
und das geht oft e ganze Woch so, -
e scheener Oap, dem das gefällt!

Da sagen nu de dwatschen Mänschen:
Der Friehling meins mit uns so gut.
Na Prost! Mir wird bei all dem Friehling
anständig bliemerant zumut.

Ich mechd dem Friehling nich beleidgen;
denn wenn es draußen blieb noch kalt,
denn könnt man sich nach ihm schon sehnen,
sich ran ihm winschen mit Gewalt.

Schon wegnem neien Flinsendeckel
und wegne dinnre Kleidchens all
und auch noch wegne neie Eiers
von all de Hiehnerchens im Stall.

Und auch von wegnem Jubilieren
und wegnem scheenen Friehlingsfest,
und auch von wegnem Storch, daß er denn
emend sich doch wo sehen läßt.

Bloß denken darf ich dabei niemals,
wenn im Kalender Friehling steht,
an all das Rackern und das Schrobbern,
weil denn - mir der Apptit vergeht.

Gewiß, der Dreck muß aller runter,
nuscht nich geht iebre Sauberkeit;
doch kann man das meist immer machen
und nich bloß inne Friehlingszeit.

Wenn einer hat dem Reinmachdeiwel,
das is doch nich e Kinderspiel.
Ich hab bestimmt e breitem Puckel,
doch was zeviel is, is zeviel

Quelle: Friedrich-Erich Petukat: "Erika"
Ein ernst-heiteres und ostpreußisches Vortragsbuch;
Verlag Petukat-Berg, Flensburg"

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