Der kreetsche Tee
Von Friedrich Erich Petukat
Zum Apteker Ziegenpeter
kommt der kleine Klaus jelaufen,
um fier seine beide Dittchens
Fledertee sich einzukaufen.
"Gerne!" sagt der Herr Provisor,
"werd gleich frischen holen lassen,
denn der schäbge Rest im Kasten
reicht man höchstens für zwei Tassen."
"Ach, das schad nuscht", sagt der Kleine,
"besser wenig als zuviel man,
außerdem zu Haus wir haben
auch man bloß e kleine Teekann."
"Aber Junge, nein, das geht nicht,
dann seid ihr ja bei betrogen,
und das hieße ja fast wörtlich,
Geld euch aus der Tasch' gezogen."
"Ach nu tun se bloß auf einmal
nich als wenn se was verschenken,
sonst kann man in ihre Tutchens,
was man kauft, sich auch bloß denken."
Aber Junge, sag, wie sprichst du?
Fast zu dreist ist dein Benehmen,
möchtest du dich denn wohl endlich
zu 'ner Antwort bald bequemen?
Weshalb willst du für das Geld nun
extra wenig - eingewogen?"
"Weil dem Tee ich selbst muß schlucken,
dem sie mir nich abjezogen!"
Quelle: Marion Lindt: "Lustige Schabberei"
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