Theater im Theater
Von Friedrich Erich Petukat
De Lampchens geh'n aus - das Theater geht los
Der Vorhang geht hoch - huch nei, seitwärts man bloß
De Spieler, de socken de Kreiz und de Quer
Als ob se allein man - sonst keiner nich wär.
Als erster - da so inne vordere Reih
Da huckt auch ein Mannche so breit wie for zwei!
Er lauschet dem Sänger und wischt sich de Brill
und huckt ganz verhubbert - bedammelt und still.
E Troppche, der fällt foort's auch runter ihm man,
Man sieht, wie so Mänsch sich begeistern doch kann.
Ein Sänger, der huckt auf so Fischoderkahn -
Besingt voller Inbrunst dem prachtvollen Schwan.
So riehrend - so tief - und so scheen und so schwer
Das Mannche is futsch ganz und heert rein nuscht mehr.
- - Der Vorhang, der fällt, das Getrampel geht los
Ach nei doch wie reizend - wie riehrend - famos.
So tuschelt's begeistert - es ist ein Gesumm;
Nur einer, der dreht sich ganz dammlig bei um,
Der stößt dem Herr Lehrer da an in de Reih -
Und sagt ihm: "Sie waren doch auch hier dabei?!"
"Gewiß", mein der Kanter, "das sehen Sie doch -
Zu drollig, mich dieses zu fragen hier noch!" - - -
"Na scheen - dann sag'n se bloß, mein liebster Kanter,
Wat säd der Kerd'l doa boave to dem Ganter?"
Quelle: Friedrich Erich Petukat: "Erika"
Ein ernst-heiteres und ostpreußisches Vortragsbuch;
Verlag Petukat-Berg, Flensburg
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