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Broslatens Lieschen meldet sich

auf das Zeitungsinserat:"Lebenskameradin gesucht. Ausführliche Zuschrifen erbeten unter P.P. 13."

Von Gustav A. Goerke

Werter Herr P. P.

Auf diese Art muß ich meine Anrede an Ihnen ja nun führen, da Sie von Ihrem wirklichen Namen man bloß zwei Buchstaben aufdecken tun.

Sie suchen unter der Nr. 13 eine Frau fürs ganze Leben, wo mit Ihnen durch Dick und Dünn gehen will. Von vornherein möcht' ich dazu bemerken, daß mir schon lang nach dem Mann jankrig ist, der das mit mir zusammen machen tät. Ich bin sehr erfreut, daß Sie eine vollippige und naturhaarje dunkle Blondine suchen tun. Sehen Sie, das paßt auf mir wie die Faust auffem Auge, weswegen ich mir auch gleich so auf'n Plutz melde.

Bis an meine siebzehn Jahr war ich noch e bißche spiddrig, aber denn kam's auch bei mir mit Macht. Mein Vatche sagte damals öfters zu mir: "Marjell, du quillst auf wie e Erbs!"

Von die Farb von meine Haare kann ich Sie mitteilen, daß dieselbje bis in alle Ewigkeit echt halten tut. Das würde Sie in eine Ehe mit mir schon nuscht nich kosten. Ich weiß ja, was meine Freundin Frieda alles mit ihre Zoddern ansteilen muß, von wejen das Nachjeforbne und all das Drum und Dran, wo se sonst noch mit hat.

Ich bin weiter e kochfertje und häusliche Frau, Herr P. P.! Sie können sich bei mir an Beetenbartsch beessen, daß Sie die Pust wegbleibt, ebenso kann ich Sie mit einem schönen Teller Fleck untre Augen treten.

Eine kleine Aussteuer würd ich auch in Ihr Haus mitbringen. Erstmal war da viermal zu beziehen, denn noch durable, selbstgewebte Handtücher und auch Tischdeckens. Natürlich auch noch die Wäsch für meine Persönlichkeit von oben bis unten.

Dem kleinen Notgroschen, wo Sie durche Zeitung verlangten, dem hab ich auch, wodrieber ich mir aber genauer erst Aug in Aug auslassen möcht.

Sie wünschen von Ihr zukünftjes Jlick dem Sinn fürs Jeschäftliche. Dazu sag ich bloß, daß ich Stücker drei Jahr in einem Klempnerhaushalt gedient hab. Ich konnt dorten durchem Telefong sprechen und bestellen, wenn wo was zu verlöten war.

Ich würde mir nu von Herzen freuen, wenn Sie jetzt auch nach mir Anreiz kriegten. Ich sehn mir schon lange nach ein häusliches Jlick, deshalb jing ich ieber die Zeitung. Eine Freundin von mir hat auch dadurch einen netten, soliden Herrn jefunden. Dabei brachte die sogar noch einen kleinen diskreten Anhang mit, wo an einem Jugendpech jelejen hadd, was bei mir alles wechfallen tut.

Ein Bild von meine Perseenlichkeit kann ich nich mitschicken, weil ich mir in die letzten Jahre nich abnehmen ließ. Bestellen Sie mir mit ein Erkennungszeichen wohin, denn komm ich.

Mit Hochachtung jrießt Ihnen, Herr P. P. 13

Liese Broslat

Aus" "Schabber-Schabber" -Hanne Schneidereit plachandert; zusammengestellt von Marion Lindt

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